Viele Unternehmen müssen aktuelle Herausforderungen bewältigen: Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung, hoher Druck. In über 21 Jahren Coaching mit mehr als 10'000 Menschen erlebt Birol Isik, wie stark diese Entwicklungen Führungskräfte fordern.
Worum geht es in diesem Video?
Birol Isik beschreibt, wie sich Führung verändert hat: Aus dem festen Fünfjahresplan wird ein dynamisches Umfeld mit informierten, spontanen Kundinnen und Kunden. Er empfiehlt offene Kommunikation und das laufende Verstehen von Kundenbedürfnissen.
- Planung wird dynamischer, Kaufverhalten spontaner.
- Offene Kommunikationskultur hilft, schneller zu reagieren.
- Wertewandel bei Kundschaft und Mitarbeitenden aufmerksam beobachten.
Typische Herausforderungen
- Orientierung: Wohin geht die Reise? Siehe Orientierungslosigkeit in der Führung.
- Menschen führen: Schwierige Situationen, siehe Umgang mit schwierigen Mitarbeitern.
- Eigener Stress: Siehe Stressbewältigung in der Führung.
- Wandel: Digitalisierung und neue Arbeitsformen.
Was die Forschung stützt
Eine Meta-Analyse von Lee et al. (2017) untersucht befähigende Führung und deren Wirkung auf Arbeitsverhalten. Sehoon Kim und Kollegen der Business School Lausanne zeigen, dass psychologische Sicherheit die Teamleistung über Lernverhalten und Selbstwirksamkeit stützt (Kim et al., 2020).
Führungskraft werden: Was ist Leadership?
Wer Führungskraft werden will, braucht Selbstführung, Kommunikation und Entscheidungsstärke. Grundlagen im Beitrag Was ist Leadership?.
Warum Führung heute anspruchsvoller ist als früher
Führungskräfte stehen unter Druck von mehreren Seiten gleichzeitig. Märkte verändern sich schneller, Technologien verändern Arbeitsabläufe, Fachkräfte sind knapp, Teams arbeiten hybrid oder verteilt, und Mitarbeitende erwarten Sinn, Wertschätzung und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig bleiben die klassischen Aufgaben bestehen: Ziele erreichen, Ergebnisse liefern, Kosten im Griff behalten. Wer führt, trägt Verantwortung für Menschen und für Zahlen, und beides verlangt Aufmerksamkeit.
Birol Isik begleitet seit 2005 Führungskräfte und Unternehmer. In über 21 Jahren Coaching mit mehr als 10'000 Menschen zeigt sich ein klares Muster: Die grössten Herausforderungen in der Führung sind selten fachlicher Natur. Sie liegen in der Selbstführung, im Umgang mit Veränderung, in der Kommunikation und in der mentalen Belastbarkeit. Genau diese Themen stehen im Zentrum seiner Arbeit.
Herausforderung 1: Orientierung geben, wenn vieles unklar ist
In Zeiten des Wandels erwarten Mitarbeitende von Führungskräften Orientierung, auch wenn die Lage unübersichtlich ist. Das ist schwierig, denn niemand hat alle Antworten. Orientierung bedeutet nicht, alles zu wissen, sondern Richtung, Prinzipien und Prioritäten klar zu vermitteln. Sagen Sie, wohin die Reise geht, warum sie sich lohnt, was sicher ist und was nicht. Ehrlichkeit über Unsicherheit schafft mehr Vertrauen als vorgetäuschte Gewissheit.
Wenn Sie selbst die Orientierung verloren haben, hilft eine ehrliche Standortbestimmung. Welche Ziele gelten wirklich? Was erwarten Kunden? Was brauchen Ihre Mitarbeitenden? Welche Technologien helfen und welche lenken nur ab? Vertiefend im Beitrag Orientierungslosigkeit in der Führung.
Herausforderung 2: Veränderung führen (Veränderungsmanagement)
Veränderung ist die Daueraufgabe moderner Führung. Neue Systeme, neue Strukturen, neue Märkte: Wer sie begleitet, merkt schnell, dass nicht die Technik das Hauptproblem ist, sondern der Mensch. Widerstand entsteht aus Unsicherheit, Gewohnheit und der Sorge, etwas zu verlieren. Führungskräfte, die das verstehen, nehmen Widerstand ernst, statt ihn zu bekämpfen.
Eine Studie der University of Massachusetts Boston an sieben kleinen und mittleren Unternehmen zeigte, dass digitale Transformation über ein erneuertes Denken der Führung, die Entwicklung sozialen Kapitals, den Aufbau von Teams und den Aufbau von Fähigkeiten gelingt (Li et al., 2017). Veränderung beginnt also bei der Führungskraft selbst, bei ihrer Bereitschaft, eigene Denkmuster zu überprüfen. Eine FHNW-Studie zu Schweizer KMU kam zu dem Schluss, dass das Verständnis der Führung von digitaler Transformation und die tatsächlich genutzten Werkzeuge besser aufeinander abgestimmt werden sollten (Kraft et al., 2022).
Was Veränderungen erleichtert
- Warum erklären: Menschen tragen Veränderungen mit, wenn sie den Sinn verstehen.
- Beteiligen: Wer mitgestalten darf, leistet weniger Widerstand.
- Schrittweise vorgehen: Pilotprojekte schaffen Erfahrung und senken Angst.
- Vorbild sein: Wer Veränderung fordert, muss sie selbst vorleben.
- Erfolge sichtbar machen: Kleine Fortschritte stärken die Bereitschaft für den nächsten Schritt.
Herausforderung 3: Menschen führen, die schwierig sind
Jede Führungskraft kennt Mitarbeitende, die anspruchsvoll sind: demotiviert, konfliktreich, überfordert oder widerständig. Der erste Schritt ist, die Ursache zu verstehen, bevor Sie urteilen. Hinter schwierigem Verhalten stehen oft Überlastung, Unklarheit, private Belastungen oder ungelöste Konflikte. Danach folgen klare Erwartungen, ehrliches Feedback und konkrete Unterstützung. Wo sich nichts ändert, sind Konsequenzen notwendig, aber erst nach fairen Gelegenheiten. Mehr dazu im Beitrag Umgang mit schwierigen Mitarbeitern.
Psychologische Sicherheit hilft dabei. Sehoon Kim und Kollegen der Business School Lausanne zeigten, dass sie die Teamleistung über Lernverhalten und Selbstwirksamkeit stützt (Kim et al., 2020). Wo Menschen offen sprechen dürfen, werden Probleme früher sichtbar und lassen sich leichter lösen.
Herausforderung 4: Die eigene Belastung bewältigen
Führungskräfte tragen oft mehr, als sie zeigen. Wer ständig verfügbar ist, Entscheidungen trifft und Konflikte moderiert, braucht eine stabile Basis. Mentale Stärke und Resilienz sind deshalb keine weichen Themen, sondern Voraussetzungen für wirksame Führung. Sabine Sonnentag und Kollegen der Universität Konstanz fanden, dass Beschäftigte, die abends nicht von der Arbeit abschalten konnten, am nächsten Morgen müder waren, während Entspannung die Gelassenheit und Erfolgserlebnisse die positive Aktivierung förderten (Sonnentag et al., 2008). Erholung ist also kein Luxus, sondern Teil der Leistungsfähigkeit.
Praktische Anker für den Führungsalltag: feste Pausen im Kalender, klare Zeiten ohne Erreichbarkeit, regelmässige Bewegung, ein Gesprächspartner ausserhalb des Unternehmens und ein kurzes Abendritual zur Auswertung des Tages. Weitere Anregungen im Beitrag Stressbewältigung in der Führung und auf der Seite Mentale Stärke.
Herausforderung 5: Selbstführung als Fundament
Wer andere führen will, muss sich selbst führen können. Selbstführung bedeutet, Gedanken, Gefühle und Handlungen bewusst zu steuern: Werte zu kennen, Prioritäten zu setzen, mit Druck umzugehen und aus Fehlern zu lernen. Führungskräfte, die sich selbst nicht führen, reagieren impulsiv, delegieren schlecht oder verlieren sich im Tagesgeschäft. Selbstführung ist trainierbar und beginnt mit Selbstreflexion: Was treibt Sie an? Was löst Stress aus? Wie wirken Sie auf andere? Mehr dazu im Selbstführung-Coaching.
Herausforderung 6: Kommunikation, die Vertrauen schafft
Führung geschieht über Kommunikation. Ob Sie Ziele vermitteln, Feedback geben oder Konflikte klären: Entscheidend ist, wie Sie Informationen senden und wie Sie zuhören. Klare Botschaften, offene Fragen, Aufmerksamkeit für Körpersprache und Tonfall sowie der Mut, auch Unangenehmes anzusprechen, bilden die Grundlage. Mehr dazu im Beitrag Kommunikation trainieren.
Herausforderung 7: Digitalisierung und neue Arbeitsformen
Digitalisierung verändert nicht nur Werkzeuge, sondern Zusammenarbeit. Remote-Arbeit, digitale Kommunikation und datenbasierte Entscheidungen verlangen neue Fähigkeiten. Führungskräfte müssen Vertrauen aufbauen, ohne Menschen täglich zu sehen, Ergebnisse statt Anwesenheit zu bewerten und Teams auch auf Distanz zu verbinden. Entscheidend ist ein digitales Mindset: Offenheit, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, Technologie am Nutzen zu messen. Mehr dazu im Beitrag Digitales Mindset.
Führungskraft werden: Was ist Leadership?
Wer erstmals Führungsverantwortung übernimmt, erlebt oft einen Rollenwechsel, der unterschätzt wird. Aus dem Kollegen wird der Vorgesetzte, aus dem Fachexperten der Gestalter. Leadership bedeutet, andere zu befähigen, Orientierung zu geben und Verantwortung zu tragen. Eine Meta-Analyse von Allan Lee und Kollegen der Universitäten Exeter und Manchester mit 105 Stichproben untersuchte befähigende Führung und ihre Wirkung auf das Arbeitsverhalten von Mitarbeitenden (Lee et al., 2017). Das stützt die Erfahrung: Führung wirkt, wenn sie Menschen stärkt, statt sie zu kontrollieren. Grundlagen finden Sie in den Beiträgen Was ist Leadership? und Leadership.
Coaching und Training für angehende Unternehmer und Führungskräfte
Angehende Unternehmer und Führungskräfte stehen vor ähnlichen Fragen: Wie führen Sie Menschen? Wie treffen Sie Entscheidungen unter Unsicherheit? Wie bleiben Sie gesund und handlungsfähig? Coaching bietet dafür einen geschützten Raum, in dem Sie Situationen reflektieren, neue Verhaltensweisen ausprobieren und Rückmeldungen erhalten. Eine Meta-Analyse zur Wirksamkeit von Coaching am Arbeitsplatz (University of Worcester, University of Surrey, Aston University) zeigte positive Effekte auf Lern- und Leistungsergebnisse (Jones et al., 2015), und eine Befragung von 114 Führungskräften (The Ohio State University) berichtete Veränderungen in Personalführung, Beziehungen, Zielsetzung, Engagement und Kommunikation (Kombarakaran et al., 2008).
Ein Selbstcheck für Führungskräfte
Beantworten Sie die folgenden Fragen ehrlich für sich:
- Weiss Ihr Team, wohin wir gehen und warum?
- Kennen Sie die Stärken und Belastungen jedes Teammitglieds?
- Wann haben Sie zuletzt konkretes Feedback gegeben und eingeholt?
- Wie gehen Sie mit Stress um, und merkt Ihr Team davon?
- Wie offen sind Sie selbst für Veränderung?
- Haben Sie einen Gesprächspartner, mit dem Sie offen über Zweifel sprechen können?
Wo Sie bei mehreren Fragen zögern, liegt ein Entwicklungsfeld. Beginnen Sie mit einem kleinen Schritt und bitten Sie Vertraute um Rückmeldung.
Für wen dieser Beitrag gedacht ist
Dieser Beitrag richtet sich an Führungskräfte, angehende Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer, die Verantwortung für Menschen tragen und sich persönlich weiterentwickeln möchten. Die Kernthemen sind Führung und Selbstführung, mentale Stärke, Mindset, Resilienz und Veränderungsmanagement. Mit genau diesen Themen arbeitet Birol Isik in Coachings, Beratungen, Schulungen und Workshops. Passende Angebote finden Sie unter Führungskräfte-Coaching und Mental Coaching für die Führung.
Wie Birol Isik Sie begleitet
In Coachings und Workshops vor Ort begleitet Birol Isik Sie persönlich. Passende Angebote: Führungskräfte-Coaching, Mental Coaching für Unternehmer und Business-Coaching. Im Standortgespräch klären Sie unverbindlich Ihr Anliegen.
Fazit
Führung heisst Orientierung geben in unsicheren Zeiten. Beginnen Sie mit Klarheit über Ihre Rolle und Werte.
Quellen und Studien
Dieser Beitrag ruht auf zwei Fundamenten. Das erste ist die Praxis: Birol Isik begleitet seit 2005 Menschen und hat in über 21 Jahren mehr als 10’000 Menschen gecoacht, trainiert und beraten. Diese Erfahrung bildet die Grundlage seiner Coachings und Workshops vor Ort und ist in diesen Beitrag eingeflossen. Das zweite ist die Forschung: Die folgenden Studien von Universitäten und Hochschulen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Grossbritannien und den USA stützen die Aussagen und stimmen mit den Erfahrungen aus der Praxis überein. Die Quellen öffnen in einem neuen Fenster.




