Birol Isik Leadership

Leadership

Inhaltsverzeichnis

Leadership im 21. Jahrhundert und die Irrtümer

1. Wer einen Titel hat, ist eine qualifizierte Führungskraft

Hat jemand einen Hochschulabschluss und trägt deswegen einen Titel, denken viele, dass diese Person eine gute Führungskraft ist. In den wenigsten Fällen trifft dies zu. Fakt ist, dass ein Diplom nicht aussagekräftig ist, ob diese Person wirklich auch Menschen, bzw. ein Unternehmen führen kann.

Eine Führungskraft wird nicht durch ein Stück Papier zum Leader, sondern durch Erfahrung und Einflussnahme auf andere. Diese Fähigkeit muss erworben werden und beginnt immer mit Selbstführung d.h. mit der Fähigkeit, sich selbst zu führen.

2. Der Manager in einem Unternehmen ist zugleich auch eine Führungskraft

Diese Ansicht ist leider auch sehr oft vertreten und hat nichts mit der Wahrheit zu tun. Menschen, bzw. ein Unternehmen zu führen und eine Sache zu managen ist nicht dasselbe. Die beiden Begriffe unterscheiden sich hauptsächlich in folgenden Punkten:

Ein Manager kann einen Prozess gut managen/organisieren während ein Leader die Fähigkeit besitzt, Menschen durch seinen starken Charakter und seine Wirkung zum Handeln zu bringen, bzw. etwas in Gang zu setzen. Dies erfordert unter anderem:

  • ausserodentliche Kommunikationsfähigkeiten
  • Erfahrung
  • Weitsicht
  • mentale Stärke 
  • Innovationskraft und Kreativität
  • Vorbildsfunktion: ein Leader packt die Dinge an und macht es vor
  • lösungsorientiertes Handeln
  • Entscheidungen treffen: ein Leader trifft rasche Entscheidungen
  • Ausdauer
  • Offenheit – ein Leader ist offen gegenüber Neuem
  • Neugier
  • Risikobereitschaft – ein Leader geht auch mal Risiken ein, wenn der Verstand nein sagt
  • u.v.m.


3. Ein guter Verkäufer, Vertriebsmitarbeiter oder Unternehmer ist eine gute Führungspersönlichkeit

Auch diese Ansicht ist leider weit verbreitet und hat nichts mit der Wahrheit zu tun. Wenn jemand Erfolg im Verkauf hat, weil die Produkte top sind oder die Person den Verkauf beherrscht, bedeutet dies noch lange nicht, dass er als Führungskraft geeignet ist. Viele Kunden lassen sich kurzfristig von Verkäufern überreden, empfinden diesen jedoch langfristig nicht als vertrauenswürdig und lassen sich daher nicht auf Dauer beeinflussen.

Mein ehem. Generalagent war zuvor ein sogennanter TOP Verkäufer“ und wurde nach rund 10 Jahren Vertrieb vom Vorstand zum Generalagenten ernannt. Dabei wurde nicht wirklich berücksichtigt, ob er Menschen führen kann. Unzufriedene, demotivierte und unglückliche Mitarbeiter waren die Folgen. Folglich auch eine hohe Fluktuationsrate.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen. In den meisten Unternehmen gibt es genau wegen solchen „Führungskräften“ gravierende Probleme. Nur weil jemand im Vertrieb oder in einem anderen Bereich gut war, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch die Gabe hat, eine Gruppe von Menschen oder ein Unternehmen zu führen. Dies erfordert unter anderem Kenntnisse in folgenden Bereichen:

  • Soziologie
  • Psychologie
  • Digitalisierung
  • Leadership
  • Empathie
  • Neurowissenschaft
  • u.v.m.


Während meiner erfolgreichen Karriere im Vertrieb, konnte ich branchenübergreifend beobachten, dass wegen inkompetenten „Führungskräften“ nicht nur die Fluktuationsquote stieg, sondern dass sich vermehrt auch die Mitarbeiter vieler Unternehmen negativ gegenüber ihrem Arbeitgeber äusserten.

4. Hochschulabsolventen oder Intelektuelle sind Führungspersönlichkeiten

Wer wirklich glaubt, dass Wissen im Zentrum des Führens steht, irrt sich gewaltig. Zweifellos gibt es tolle Wissenschaftler und Philosophen an den Fachhochschulen oder Universitäten, dennoch hat das Wissen nichts mit der Führungskompetenz zu tun. Konkret bedeutet das, wer intelligent ist, hat noch lange nicht die Eigenschaften, bzw. besitzt noch lange nicht die Fähigkeiten eines Leaders, welche ich bereits oben erwähnt habe.

5. Die Position macht eine Person zum Leader

Nicht die Position macht die Führungsersönlichkeit aus, sondern die Persönlichkeit der Führungskraft bestimmt, wie gut die Position besetzt ist. Bestimmt kennst Du die Geschichte von Steve Jobs. Nachdem er die Apple Marke erfolgreich aufgebaut hatte, wurde er durch den Vorstand gekündigt.

Dies ging total in die Hose. Nach seiner Entlassung ging bei Apple alles schief. Die Umsatzzahlen sanken und Apple verlor einen grossen Marktanteil. Der Einfluss von Steve Jobs war so gross, dass die Apple Aktien um mehr als 50% sanken, als er weg war.

Als Apple in Not war und realisierte, dass das Unternehmen bald Konkurs gehen würde, stellten sie Steve Jobs wieder ein. Danach ging es bei Apple wieder bergauf.

6. Leadership im 21. Jahrhundert

Wer im Zeitalter der Digitalisierung und Globalisierung als Unternehmer bestehen möchte, der muss von dem Gedanken abkommen, dass der Erfolg eines Unternehmens nur auf der höchsten Ebene entschieden wird, bzw. von einem Leader abhängig gemacht wird.

Die Macht des Netzwerkes

Durch die Digitalisierung und Globalisierung gibt es eine Machtverschiebung. Heute ist es nicht mehr die Führungskraft/der Leader, der bestimmt wohin die Reise geht, sondern die Trends, welche durch die Vernetzungen entstehen. Diese werden unter anderem durch die Werte und Bedürfnisse Einzelner beeinflusst.

Auch sind die Menschen im Informationszeitalter durch die Social Media Kanäle (trotz Zensur) besser informiert und kreativer geworden. Durch diesen Trend entsteht eine kollektive Intelligenz, welche die Intelligenz eines einzelnen Leaders in den Schatten stellt.

Quintessenz: Die Führung von heute ist vor grosse Herausforderungen gestellt.

Wer im 21. Jahrhundert wettbewerbsfähig sein will, sollte eine flache Hierarchie haben und sich mit der Intelligenz jedes Einzelnen vereinen und sie fördern.

Dies ermöglicht, dass man nahe am Geschehen des Pulses ist und sofort auf die Veränderungen reagieren kann. Um dies bewältigen zu können, bedarf es an Persönlichkeiten im Unternehmen, welche sich selbst führen und organisieren können. Dies ist nicht nur eine Herausforderung, sondern eine Chance zugleich.

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