In über 21 Jahren Coaching mit mehr als 10'000 Menschen zeigt Birol Isik in dieser Videoserie sieben Themen für nachhaltige Motivation. Siehe Ins Handeln kommen, Entscheidungen treffen und Mentale Stärke.
Frieden im Herzen
Nachhaltige Veränderungen herbeiführen
Probleme im Leben
Positiv Denken eine Illusion?
Ins Handeln kommen - In Aktion treten
Entscheidungen treffen - Mehr Erfolg durch Entschlossenheit
Mentale Stärke entwickeln - Krisen überstehen
Motivation - Wie Sie sich nachhaltige motivieren können
In diesem Video zeigt Birol Isik auf, wie Sie sich nachhaltig motivieren können. Viel Spass
Weiterführende Links
Mental Training mit Birol Isik
Berufswechsel - Neuorientierung
Mental Coach Ausbildung Voraussetzungen
Glaubenssätze und Überzeugungen
Hintergrund und Studienlage
Latham und Locke (University of Maryland) fassen zusammen, dass klare, herausfordernde Ziele die Leistung am Arbeitsplatz steuern (Latham und Locke, 2007). Brooks (Harvard) zeigte, dass die Umdeutung von Aufregung als Vorfreude die Leistung verbessert (Brooks, 2013). Übersetzt in den Alltag: Formulieren Sie ein konkretes Ziel, planen Sie den ersten Schritt und deuten Sie Nervosität als Zeichen, dass Ihnen etwas wichtig ist.
Motivation verstehen: Warum Antrieb kommt und geht
Motivation ist kein Dauerzustand. Sie schwankt mit Energie, Stimmung, Umfeld und Sinn. Wer darauf wartet, sich «motiviert zu fühlen», bevor er handelt, wartet oft vergeblich. In über 21 Jahren Coaching mit mehr als 10'000 Menschen hat Birol Isik beobachtet: Nachhaltige Motivation entsteht selten aus Begeisterung allein, sondern aus drei Dingen, die zusammenwirken. Erstens aus einer klaren Richtung, also einem Ziel, das Ihnen wirklich wichtig ist. Zweitens aus regelmässigem Handeln in kleinen Schritten, das Erfolgserlebnisse erzeugt. Drittens aus innerer Stabilität, die Sie auch dann trägt, wenn es nicht läuft.
Die Videos auf dieser Seite behandeln sieben Themen, die zusammen ein Fundament bilden. Dieser Text vertieft sie und ordnet sie ein, damit Sie wissen, womit Sie anfangen können.
1. Frieden im Herzen: Die Basis jeder Motivation
Wer innerlich unruhig, gekränkt oder wütend ist, verbraucht Energie, die für Ziele fehlt. Frieden im Herzen bedeutet nicht, dass alles gut ist, sondern dass Sie mit der Vergangenheit im Reinen sind und Groll nicht mehr mit sich herumtragen. Vergebung gehört dazu, auch sich selbst gegenüber. Sie rechtfertigt keine Tat, aber sie befreit Sie. Eine randomisierte Studie mit 192 geschiedenen Personen von Mark Rye und Kollegen der University of Dayton, der Bowling Green State University und der University of Cincinnati zeigte, dass strukturierte Vergebungsprogramme Vergebung und das Verständnis davon deutlich stärker steigerten als keine Intervention (Rye et al., 2005). Mehr dazu im Beitrag Loslassen.
Nehmen Sie sich eine Situation vor, die Sie noch belastet. Schreiben Sie auf, was geschehen ist und was Sie fühlen. Fragen Sie sich, was Sie daraus gelernt haben und was Sie loslassen möchten. Dieser Schritt kostet Mut, schafft aber Raum für Neues.
2. Nachhaltige Veränderungen herbeiführen
Viele Menschen starten motiviert und hören nach wenigen Wochen auf. Das liegt selten an fehlendem Willen, sondern an zu grossen Schritten, unklaren Zielen oder fehlender Unterstützung. Nachhaltige Veränderung gelingt, wenn Sie das Ziel konkret formulieren, es in kleine Schritte zerlegen und jeden Schritt fest in Ihren Alltag einbauen. Klare, herausfordernde Ziele steuern Leistung, wie Gary Latham und Edwin Locke von der University of Maryland zusammenfassen (Latham und Locke, 2007). Wichtig ist das Wort «klar»: «Ich möchte gesünder leben» ist ein Wunsch, «Ich gehe dreimal pro Woche 30 Minuten spazieren» ist ein Ziel.
- Warum: Schreiben Sie auf, warum Ihnen die Veränderung wichtig ist. Das Warum trägt Sie durch schwierige Phasen.
- Was: Formulieren Sie das Ziel so konkret, dass Sie am Ende des Monats sagen können, ob Sie es erreicht haben.
- Wann: Legen Sie einen festen Zeitpunkt fest, zum Beispiel nach dem Frühstück.
- Wer: Suchen Sie eine Person, der Sie Ihre Fortschritte berichten.
3. Probleme im Leben als Wegweiser
Probleme sind unangenehm, aber sie zeigen oft, wo Entwicklung ansteht. Wer sie verdrängt, verliert Zeit. Wer sie genau betrachtet, erkennt Muster: Wiederkehrende Konflikte, Ängste oder Blockaden verweisen auf Überzeugungen und Gewohnheiten, die überprüft werden dürfen. Fragen Sie sich bei einem Problem: Was will Ihnen diese Situation zeigen? Was liegt in Ihrem Einfluss, was nicht? Was ist der kleinste nächste Schritt? Mehr dazu in den Beiträgen Probleme als Chancen und Probleme lösen in der Führung.
Soziale Unterstützung spielt dabei eine grosse Rolle. Steven Southwick und Kollegen der Yale University betonen, dass Menschen sehr unterschiedlich auf Belastung reagieren und dass Resilienz von individuellen Systemen abhängt, die in soziale Systeme eingebettet sind (Southwick et al., 2016). Probleme gemeinsam zu tragen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schutzfaktor.
4. Ist positives Denken eine Illusion?
Positives Denken allein verändert wenig. Wer sich vor den Spiegel stellt und «Ich bin erfolgreich» sagt, ohne zu handeln, erlebt meist nur kurzzeitige Erleichterung. Hilfreich wird positives Denken, wenn es mit realistischer Einschätzung und Handeln verbunden ist. Es geht nicht darum, Schwierigkeiten zu leugnen, sondern darum, Ihre Aufmerksamkeit bewusst auf das zu richten, was Sie beeinflussen können.
Ein gutes Beispiel liefert die Forschung zur Umdeutung von Aufregung. Alison Wood Brooks von der Harvard University zeigte, dass Menschen, die ihre Nervosität als Vorfreude deuten, sich aufgeregter fühlen und besser abschneiden als Menschen, die versuchen, sich zu beruhigen (Brooks, 2013). Das ist positive Umdeutung mit Substanz: Sie leugnet das Gefühl nicht, sondern gibt ihm eine hilfreiche Bedeutung. Mehr dazu im Beitrag Angst als Antrieb nutzen.
5. Ins Handeln kommen: In Aktion treten
Viele Menschen wissen, was sie tun müssten, und tun es trotzdem nicht. Das ist kein Charakterfehler, sondern ein bekanntes Muster: Der Verstand sucht Sicherheit, und Neues fühlt sich unsicher an. Die Lösung liegt im kleinsten möglichen Schritt. Eine Meta-Analyse von Traci Sitzmann und Gillian Yeo von der University of Colorado Denver zeigte, dass frühere Leistung die Selbstwirksamkeit deutlich stärker beeinflusst als umgekehrt (Sitzmann und Yeo, 2013). Handeln erzeugt also Vertrauen, nicht umgekehrt.
Setzen Sie sich deshalb eine Aufgabe, die Sie in zehn Minuten erledigen können, und tun Sie sie jetzt. Der Effekt ist grösser, als er klingt: Sie erleben, dass Sie handlungsfähig sind, und diese Erfahrung trägt die nächste Handlung. Vertiefend im Beitrag Ins Handeln kommen.
6. Entscheidungen treffen: Mehr Erfolg durch Entschlossenheit
Unentschlossenheit kostet Energie. Wer ständig abwägt, ohne zu entscheiden, blockiert sich selbst. Gute Entscheidungen entstehen nicht aus Perfektion, sondern aus klaren Kriterien. Fragen Sie: Was ist Ihnen bei dieser Entscheidung wichtig? Was passiert im besten, im schlechtesten, im wahrscheinlichen Fall? Was würden Sie in einem Jahr bereuen? Setzen Sie dann eine Frist und entscheiden Sie. Auch eine nicht perfekte Entscheidung ist besser als keine, denn Sie lernen aus dem Ergebnis. Mehr dazu im Beitrag Entscheidungen treffen.
7. Mentale Stärke entwickeln: Krisen überstehen
Krisen gehören zum Leben. Mentale Stärke zeigt sich darin, wie schnell Sie danach wieder handlungsfähig werden. Sie lässt sich trainieren, durch Fokus, Reflexion, Erholung und Gemeinschaft. Ann Masten von der University of Minnesota beschreibt Resilienz als Ergebnis des Zusammenspiels mehrerer Systeme und weist auf Zeitfenster hin, in denen Veränderung besonders gut möglich ist (Masten, 2019). Das bedeutet auch: Es ist nie zu spät, anzufangen, aber früh anzufangen lohnt sich. Mehr dazu auf der Seite Mentale Stärke und im Resilienz-Coaching.
8. Motivation nachhaltig aufbauen: Ein Wochenplan
Das letzte Video der Reihe zeigt, wie Sie sich nachhaltig motivieren können. Hier eine praktische Zusammenfassung als Wochenplan.
- Montag, Richtung: Notieren Sie Ihr wichtigstes Ziel dieser Woche und das Warum dahinter.
- Dienstag, kleiner Schritt: Erledigen Sie eine Aufgabe, die Sie seit Wochen aufschieben.
- Mittwoch, Bewegung: Gehen Sie mindestens 30 Minuten nach draussen. Eine Studie der Stanford University zeigte, dass ein 90-minütiger Naturspaziergang das Grübeln verringerte (Bratman et al., 2015).
- Donnerstag, Gespräch: Sprechen Sie mit einem Menschen, der Sie unterstützt.
- Freitag, Auswertung: Was hat funktioniert? Was passen Sie an?
- Wochenende, Erholung: Planen Sie bewusst Zeit ohne Verpflichtungen.
Häufige Stolpersteine und wie Sie sie umgehen
- Zu viel auf einmal: Wählen Sie ein Ziel und beginnen Sie klein.
- Auf Motivation warten: Handeln Sie zuerst, die Motivation folgt oft nach.
- Rückschläge als Scheitern deuten: Ein Rückschlag ist Information, kein Urteil.
- Allein kämpfen: Suchen Sie Unterstützung, durch Freunde, Mentoren oder Coaching.
- Erholung vergessen: Wer ständig Vollgas gibt, verliert Antrieb. Planen Sie Pausen ein.
Wann Coaching sinnvoll ist
Wenn Sie merken, dass Sie trotz guter Vorsätze nicht vorankommen, wenn Sie sich in alten Mustern wiederfinden oder wenn eine grössere Veränderung ansteht, kann ein Coaching helfen. Eine Meta-Analyse der Universitäten Worcester, Surrey und Aston zeigte positive Effekte von Coaching am Arbeitsplatz auf Lern- und Leistungsergebnisse (Jones et al., 2015). Im Standortgespräch klären Sie unverbindlich, ob und in welcher Form eine Begleitung für Sie sinnvoll ist. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit klären Sie bitte zuerst ärztlich ab.
Für wen dieser Beitrag gedacht ist
Dieser Beitrag richtet sich an Menschen, die sich persönlich weiterentwickeln, ihre Motivation nachhaltig aufbauen und Veränderungen im Leben aktiv gestalten möchten, privat wie beruflich, als Mitarbeitende, Führungskräfte oder Unternehmer. Die Kernthemen sind Persönlichkeitsentwicklung, Mindset, mentale Stärke, Resilienz und Selbstführung sowie die Bereitschaft, sich zu verändern (Veränderungsmanagement). Das sind die Themen, mit denen Birol Isik seit 2005 in Coachings, Beratungen, Schulungen und Workshops arbeitet, siehe Persönlichkeitsentwicklung und Mindset-Coaching.
Quellen und Studien
Dieser Beitrag ruht auf zwei Fundamenten. Das erste ist die Praxis: Birol Isik begleitet seit 2005 Menschen und hat in über 21 Jahren mehr als 10’000 Menschen gecoacht, trainiert und beraten. Diese Erfahrung bildet die Grundlage seiner Coachings und Workshops vor Ort und ist in diesen Beitrag eingeflossen. Das zweite ist die Forschung: Die folgenden Studien von Universitäten und Hochschulen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Grossbritannien und den USA stützen die Aussagen und stimmen mit den Erfahrungen aus der Praxis überein. Die Quellen öffnen in einem neuen Fenster.




